Sonntag, 2. Juni 2013

WLan und die Suche nach dem Königsweg der Glaubensverkündigung

Über das 6. Bistumsforum wird da, da und da in umfassenderer Weise berichtet. So viel sei gesagt: es gab verschlüsseltes WLan.
Mir geht es um die unerleuchtete Dummdöseligkeit der Rezeption von Statistiken. 95% der Jugendlichen seien im Internet, erhielt ich auf meinen Einwand zur Antwort, zwischen Jugend und Silversurfern zu unterscheiden sei plakativ. Nun ist so eine Kleingruppe nicht der Ort für einen Disput, der offensichtlich nicht alle interessierte. Fakt ist: Statistiken helfen. Wenn sie differenziert genug sind, vielleicht auch Ansätze zum Verstehen der Zahlen geben, kann man als Laie mit einer Zahl wie 95 auch etwas anfangen. Der Statistiker fragt da nämlich nach: 95% Handybesitz bedeuten nicht, dass 95% der Jugendlichen miteinander kommunizieren. Wenn 95% der Jugendlichen mit dem Handy per Internet kommunizieren, bedeutet das nicht, dass sie generell in der Lage sind, zu kommunizieren. Sie lernen es in ihrer Peer-Group und dazu benötigen dazu Begleitung (Technik, Datensicherheit).
Was machen 95% der Jugendlichen im Internet?
Kann sein, dass das alles Digital Natives sind. Ich bin Digital Resident.
Der da so vehement über die Sahnehäubchen der Errungenschaften des Internets schwandronierte, musste das tun. Die Mitarbeiter in der Jugendpastoral sind zum Erfolg verdammt. Denn wir schielen bei der Suche nach dem Königsweg der Glaubensverkündigung immer noch auf die Jugend, die, wie ein Teilnehmer des Bistumsforums sagte, die Zukunft der Kirche sind.
So gesehen gibt es nur die Alten (Silversurfer), die die Plätze in den Gottesdiensten einnnehmen, und die  Jugendlichen (Digital Natives), um die man sich angeblich zu wenig kümmert. Dabei muss man nur mal die Pastoral aller Bistümer ins Auge fassen um festzustellen, dass genau Kindern und Jugendlichen die größte Aufmerksamkeit gilt, da steckt das meiste Personal, da steckt da meiste Geld. Das ist naturgemäß so, denn Kommunion- und Firmkatechese beziehen sich auf Kinder und Jugendliche. An keiner anderen Stelle wird ein solcher zeitlicher, finanzieller und personeller Aufwand betrieben. Dabei waren sich alle Teilnehmer des Bistumsforums einig: kirchlich sozialisiert sind nicht alle, die zur Kirche gehören. Warum dann immer noch so tun, als müsse man Kinder und Jugendliche zu den Sakramenten zulassen?
Wir sind mitten im Prozess der Umstrukturierung. Das ist schwer auszuhalten. Beruhigend wäre, wenn man sagen könnte: in 20 Jahren sind wir da und da. Wir suchen, disputieren, streiten, beten, ... sind eine Gemeinschaft und geben niemals auf.

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