Sonntag, 18. November 2012

Strukturen erhalten // Opfer bringen

Es gibt Wörter, mit denen kann man Leute auf die Palme bringen. Im Bistum Essen ist das Umstrukturierung. Da war letztens einer aus dem Bistum (Standardformulierung) im PGR, weil der Pfarrer 2014 in Pension geht und langfristig über den Fortbestand der Pfarrei nachgedacht werden muss. "Eine verantwortungsvolle Aufgabe", mag man denken. Bahn brach sich allein der Volkszorn, der hartnäckig auf der Vermutng herumritt, in Essen sei sowieso schon alles entschieden. Bemerkenswert war auch: "Jede vernünftige Firma hat einen Plan in der Tasche, wie es weitergeht, wenn ein Abteilingsleiter geht, nur das Bistum nicht." Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: statt von oben nach unten zu entscheiden, schicken die Essener einen ihrer Männer in die PGR-Sitzung mit dem Auftrag, die Menschen darüber zu informieren, dass sie Vorschläge entwickeln mögen, wie es weiter gehen könnte, und die Menschen wollen nicht. Sie wollen, dass alles bleibt, wie es ist. *facepalm*

Creativecatholic
CC heißt Creative Commons. Man gibt Kreiertes weiter. CC heißt auch Creative Catholic. Das sind die, die Strukturen erhalten, so lange sie sinnvoll sind, so lange sie der Tradition dienen, die das Gut des Glaubens tradiert.

Opfer ist kein Wort, das geschätzt wird. Messopfer sagt kaum noch jemand. Aber Opfer müssen gebracht werden. Wir haben weniger Geld, wir sind nicht mehr die mächtige Kirche, aber noch sind wir nicht die Kirche, die um ihr Überleben kämpfen muss. Noch wird die Stimme der Kirche gehört und die Öffentlichkeit regt sich auf. Der Tag kommt, und er ist nicht fern, da wird man von den Stimmen der einen Kirche sprechen. Man wird verstehen, das Entscheidungen getroffen werden mussten, die man später bereute, und dass doch kein Weg an der Entscheidungsfähigkeit vorbei geht. Wir werden vielgestaltig sein oder wir werden nicht mehr sein.

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