Dienstag, 18. September 2012

Kurz vor den Prüfungen...

Die Prüfungen stehen mal wieder an. Diesmal finde ich Kirchengeschichte besonders spannend. Erst fünf Jahrhunderte darüber Streit, wie Vater, Sohn und Heiliger Geist in Beziehung stehen, dann Debatten darüber, wieviel Gott und Mensch in Jesus Christus steckt. Beim Lernen stelle ich mir immer vor, wie die Medien heute darüber berichten würden. Zum Beispiel der Streit zwischen Flavius, Euseb und Dioskur auf "Prominent" oder ähnlichen Klatschnachrichten. Darüber muss ich dann schmunzeln.
Wenn ich mal nicht lerne klingelt mein Handy. Die Firmmütter sind dran. Ja... da habe ich etwas nicht bedacht, wenn die Kollegin und der Pastor im Urlaub sind, bin ich die einzige Ansprechpartnerin. Die Telefonate sind unterschiedlich. Meistens merkt man ob es ein nettes Telefonat wird oder nicht, an der Tonlage, wie sich der Anrufer vorstellt. Beim ersten Mal hat mich das ziemlich überrascht, als ich eine Mutter am Apparat hatte, die gerade in ihrer Rushhour der Gefühle bei mir anrief.
Das lernen wir nicht im Studium ist mir dann aufgefallen: Das Zwischenmenschliche. Wir lernen allen wichtigen Kram über Theologie und können wissenschaftlich später 1A debattieren, sämtliche Zeugen Jehovas an die Wand quatschen, aber wie wir reagieren, wenn man merkt das jemand gerade einen für einen nervlichen Gefühlsrausch mißbraucht... wie man sich von diesem Gespräch erholt, ohne Schaden... wie man gelassen und freundlich bleibt und nicht gleiches mit Gleichem vergeltet... das bleibt irgendwie auf der Strecke... oder? Oder geht das nur per learning by doing?

Wünscht mir Glück!

1 Kommentar:

  1. Ehrlich gesagt ist diese Firmvorbereitung auch für mich sehr anstrengend, weil ich mich hinter keinem Konzept verschanzen kann. Noch hab ich Urlaub, aber richtig Abstand nehmen konnte ich davon nicht. Professionelles Handeln bedeutet, dass man Dienst und Freizeit trennen kann. Diesen Anspruch kann ich nicht erfüllen. Die Aufregung vieler Menschen, die mehr oder weniger mit der Firmung zu tun haben, kann ich gut nachvollziehen. Trotzdem muss ich versuchen, auch sie von unserem Ansatz zu überzeugen. Wenn ich weniger verständnisvoll wäre, könnte ich jetzt auch schreiben: warum kommen die mit ihren Fragen erst jetzt? (Aber das gehört in einen anderen Blog: http://noconcept2012.blogspot.de/)

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