Freitag, 28. September 2012

Auch die zweite Prüfung ist weg...

Irgendwie habe ich mich beim Lernen doch verrückter gemacht als nötig. Wenn ich einmal die Lernsachen aus der Hand gelegt habe, um mir einen Tee zu kochen oder Pause zu machen, dachte ich natürlich weiter nach... und dann fiel mir spätestens nach einer Minute auf, dass ich mir dies und jenes noch nicht gemerkt hatte und schnell musste wieder nachgeschlagen werden.
Mit Betreten des Prüfungszimmers (wir wurden zu Viert in drei Fächern geprüft: Dogmatik, Exegese, Kirchengeschichte zum Thema Christologie) fiel mir dann auch gleich auf, dass ich so ziemlich alles zum Lukas-Evangelium vergessen hatte. Und ich kam beim Abfragen des Stoffes immer als letzte dran. Ich konnte mir also immer 15 Minuten vorher anhören, was die anderen zu dem Thema wussten und von Frage zu Frage immer aufgeregter werden, weil ich nahezu alle Fragen der anderen beantworten hätte können.
Zu erst war Exegese dran. 2 Zettel mussten gezogen werden, für einen konnte ich mich entscheiden: Entweder eine Perikope aus dem Mt-Evangelium oder Markus. Zum Glück hatte ich nicht beides Mal Lukas gezogen! Ok der Markus. Mit den Einsetzungsworten. Irgendwann kam ich in der Prüfung zu dem Punkt, wo ich es etwas gelassener nahm und mich traute eine kleine ironische Bemerkung zu machen, dass es ja schade sei, dass ich jetzt den Text nicht in griechisch vor mir liegen habe, weil dann könnte man dies und das besser erkennen...
Ok, nun sich wieder 15 Minute Kirchengeschichte der Anderen anhören. Und der Dozent fängt an ab 680 abzufragen, um dann immer früher in den Datierungen zu werden. Als wir dann bei mir angekommen sind, muss ich die Irrlehre des Arius erläutern und in der Geschichte wieder chronologisch aufwärts gehen. Nun geschieht etwas, wo ich aus Unwissenheit alle im Raum zum Lachen bringe. "Ja, dann nennen Sie mir doch bitte mal die Namen der drei Kappadokier.", fordert mich der Dozent auf. "Ja, das waren Gregor von Nyzanz, Gregor von Nyssa und Basilius - aber ich habe vergessen, wie er mit Vornamen heißt." - "Nun ja, Basilius IST sein Vorname!" Ähem... nun schaltet sich der Dogmatiker ein: "Die hatten damals keine Nachnamen und das von... war auch keine Adelsbezeichnung sondern Ortstitel, um die irgendwie auseinander zu halten. Der gute Mann hieß übrigens Basilius von Cäserea." Das wird wahrscheinlich noch ein Weilchen hängen bleiben.
Für Dogmatik habe ich mit meinen Mitstreiterinnen abgemacht, dass falls sie zu Bultmann oder Rahner gefragt werden und es nicht wissen, dass sie dann sagen sollen, dass ich das gerne beantworten möchte. Ich hatte mir vorgenommen über den Rahner zu schwärmen und den Bultmann zu kritisieren. Ok, die zweite musste schon indirekt etwas über Rahner sagen, schade... naja vielleicht bekomme ich ja den Bultmann... Nein, ich darf über den absoluten Heilsbringer Karl Rahners debatieren. Bestimmt sind 30 Sekunden dafür drauf gegangen, weil ich mich erstmal gefreut habe und dann noch gesagt habe, wie sehr ich mich freue :-)
Demnach ist es sehr gut gelaufen.
Jetzt müssen nur noch höchstmotiviert die Portfolios zu Ende gebracht werden.

Am Nachmittag habe ich versucht dem Knoten den absoluten Heilsbringer zu erklären. Bis zu einem gewissen Punkt konnte er alles gut nachvollziehen. Woran er scheiterte war, dass in Jesus Christus wir den Vater erkennen können. Und dass der Vater uns in Jesus Christus sein Leben offenbart und uns zeigt wie er ist. "Ahja... also hat Gott jetzt eine Einbauküche oder nicht???!!!" Ich werde mich mal in den Evangelien schlau machen und gucken, ob man irgendeinen Hinweis auf Einbauküche entdecken kann. Ich würde aber eher sagen: Nein. Die Speisung der 5000 mit Einbauküche wäre ziemlich kompliziert geworden.

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