Donnerstag, 24. Mai 2012

#kt12 Nachlese (das hier können Sie ruhig überspringen)

Heute in der Dienstbesprechung mit evangelischen Kollegen kam die prompte Reaktion auf meine Bemerkung, es gebe einen Aufbruch in der katholischen Kirche: Gelächter. Zwar entschuldigte man sich sofort, aber es sollte noch schlimmer kommen. Ich hatte das geistliche Wort und nahm es aus der Pfingstnovene von Renovabis, worauf ein Kollege bemerkte, er habe gehört, die katholische Kirche habe das Fegefeuer abgeschafft. Abermals Gelächter oder zumindest hämisches Grinsen. Ich stelle 1. die Sache klar und 2. wies darauf hin, dass ich katholisch bin. So ist es. Ich bin katholisch. Ich arbeite als katholische Seelsorgerin in der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Man schweigt mich tot oder lacht mich aus.

Natürlich gibt es auch Kollegen und eine Kollegin, die mit mir zusammen arbeiten wollen. Dabei geht es um Seelsorge. Dann lacht keiner. Dann geht es um die Menschen, um deretwillen wir unseren Beruf ausüben. Wir sind Pastoren, Diakone und Gemeindereferentin.

Den Katholikentag habe ich per Internet verfolgt. Er zeigt die Vielfalt unserer Kirche. Wenn es uns gelingt, alle Menschen guten Willens unter dem Dach unserer Kirche zu beherbergen, haben wir einen wichtigen Teil unseres Auftrages erledigt. Es gibt Konflikte, die wir nicht schönreden. Ich lerne das neu zu schätzen angesichts der evangelischen Kollegen, die mich gering schätzen, weil ich katholisch bin. Und mit den anderen evangelischen Kollegen und Kolleginnen werden ich mir eines Tages den Wunsch des Bundespräsidenten erfüllen, den er am Schluß des Katholikentages geäußert hat: wir werden gemeinsam Mahl halten zum Gedächtnis an Jesus Christus. Darauf freu ich mich.

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