Samstag, 10. März 2012

wir organisieren uns zu Tode - Kirche im Welt 2.0 - oder wir gehen schon mal vor

Das ist schön, dass es immer mehr Verknüpfungen von bloggenden KatholikInnen und EvangelInnen gibt, es gibt auch immer mehr Tagungen zu dem Thema und eine Blogoszese, zu der man gehört oder nicht. Und genau das ist der Punkt, an dem es mich nervt:

Sicher dauert es lange, bis sich etwas bewegt, gar erneuert in unserer Kirche. Es wird geprüft, bedacht und ausgetauscht. Das tun die Blogger und die Internetaffinen auf ihren Tagungen auch. Ihre Kritik an der Unbeweglichkeit des Apparates Kirche fällt auf sie selbst zurück: im Internet gibt es alles, es ist viel, es ist vielfältig, es ist öffentlich. Und selbstverständlich wird das alles bereits genutzt und genau so selbstverständlich meldet sich nicht jeder mit seinen Ideen und Konzepten bei einer kirchlichen Meldestelle. Wo gäbe es diese denn auch? (Es gibt das Meldewesen. Deshalb müssen die Sicherheitseinstellungen der firewall eines Bistums auch rigoros sein.)
Es gibt auch die Uneingeweihten, die keinen Twitter- und auch keinen facebook-Account haben, aber mal ganz harmlos eine Website einrichten. Und es gibt die, die Jahrzehnte ihrer Lebens- und Glaubensgeschichte in der Gemeinde verbracht haben und den Zug #kiw20s nicht verstehen und einfach so weiter machen wie immer. Auch eine Gemeinde besteht aus Solchen und Solchen.

Es gibt die, die sich in Sachen Web 2.0 für die Vorreiter halten. Es gibt auch die, die einfach mal machen.

Die Wege der Dialogprozesse in unseren Bistümern sind gut und schön, aber vor Ort drückt es mächtig: die Probleme lassen sich nicht verwalten. Vor Ort geben Menschen auf, manchmal ist es egal. Mehr Menschen als man ahnt, sind immer noch unterwegs. Das sind die Gläubigen, die leben in ihrem Glauben. Denn das Katholischsein ist eine Angelegenheit des ganzen Menschen - so wie Schalke oder Vegetariersein oder so. Immer wieder begegnen mir Menschen in- oder außerhalb der Gemeinde, die Antworten suchen. Es gibt sogar haufenweise Menschen, die haben gar keine Fragen, die haben nur eine große Sehnsucht.

"wir gehen schon mal vor, auch wenn wir nicht wissen, wo es hin geht"

Nachts die Feuersäule, tags die Rauchsäule ... (da war doch was *grübel*)

Der Geist weht, wo er will.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen