Montag, 26. März 2012

Die Kunst der Kommunikation ohne Sprache

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Sie machen mich wahnsinnig, diese Typen, die einfach nix an Infos weitergeben (Kollegen, ja, die auch). Manchmal denke ich, ich bin ich falschen Film (Wrong Film Syndrom). Nach intensiver Lektüre der Zeitschrift Mensch+ (s.u. Posting) blieb Folgendes übrig:

Junge Menschen können vieles aufeinmal, aber sie können nicht Nichts.

Vielleicht ist es das? Vielleicht gibt es auch schon Menschen in meinem Alter, die immer irgendwas im Kopp haben und nie Nichts. Das würde manches erklären. Dann wäre ja klar, dass sie sich bei meinem Anblick nicht daran erinnern, dass wir uns in einem Team befinden und mir noch Informationen fehlen. Sie haben einfach den Kopp schon voll. Ich werde freundlich angelächelt oder hecktisch übersehen, aber angesprochen werde ich nicht.

Die Kunst der Kommunikation endet damit, dass wir entspannt in einer Runde um den Grill sitzen und töttern (sagt man hier so). Ich habe mir meine Introspektion eines fließend funktionierenden Netzwerkes verkniffen. Es bleibt so viel ungeklärt und manchmal finde ich es schade. Ich finde es aber auch erstaunlich, dass all das Ungeklärte liegen bleiben kann und man beieinander sitzt, das Essen genießt, die frische Luft und die Sonne. Ich selbst rede vorwiegend in erster Linie über das, was mich beschäftigt. Beschäftigt das, was mich beschäftigt, die anderen nicht? Beschäftigt das die anderen nur während einer Sitzung?

Es geschieht also nichts Diskursives. Trotzdem sind alle mit dem Abend sehr zufrieden. Wir machen einen neuen Termin aus. Das müssen wir öfter machen, sagen sie. Sie sind Freunde. Ich bin irgendwie dabei. Ich kann immer noch nicht verstehen, warum ... ach, gib mir einfach noch ne Wurst, wenn noch eine da ist.

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